Geschichte

 
Geschichte von Lemgo

Die Stadt Lemgo wurde 1190 an einem Kreuzungspunkt damalig wichtiger Handelswege im Tal des Flusses Bega gegründet. Sie liegt im hügeligen Lippischen Bergland, einem Mittelgebirge im Nordosten des heutigen Nordrein-Westfalen. Das Wort Lemgo wird wahrscheinlich vom Begriff Limgau abgeleitet. Die Stadt wurde auf sehr lehmhaltigen Boden errichtet. Gründer der Planstadt waren die Herren zu Lippe. Neben der Stadt Lippstadt ist Lemgo eine der ältesten Städte in dieser Region. Seit 1245 wurden offiziell Stadtrechte gewährt und so verstärkte sich der überörtliche Handel. Aufgrund von geologischen Besonderheiten waren viele Händler auf die beiden sich hier kreuzenden Handelsrouten begrenzt. Im Norden wird das Gebiet durch das Wiehengebirge, im Süden durch den Teutoburger Wald begrenzt. Im Osten liegt die Weser. Im späten Mittelalter wurde Lemgo Mitglied der Hanse. In der Alten Hansestadt Lemgo gibt es viele prachtvolle Bauten der wohlhabenden Händler, die das gesamte Stadtbild prägen.

 

In Lemgo lag bis 1973 der Sitz der Verwaltung des Kreises Lemgo. Durch die Kreisreform wurde die Stadt in den Kreis Lippe eingegliedert. Lemgo liegt zentral im Landkreis Lippe und grenzt im Uhrzeigersinn beginnend im Norden an die Städte und Gemeinden Kalletal, Dörentrup, Blomberg, Detmold, Lage, Bad Salzuflen und Vlotho (im Kreis Herford). Die Stadt Lemgo gliedert sich seit 1969 in 14 Ortsteile und hat ca. 30.000 Einwohner.

 

 

Informationen zur Gründung von Lemgo

Aus Urkunden ist ersichtlich, dass es schon vor der Gründung der Stadt Lemgo bereits im 11. Jahrhundert einige kleinere Siedlungen bestanden. Ursprünglich wurde die Burg Brake errichtet um als Basis für eine neue Stadt zu fungieren. Aufgrund der schlechten geografischen Verhältnisse, die Burg lag direkt in einem sumpfigen Gebiet in den Begaauen, wurde ein anderer Platz für die Entstehung einer Stadt gewählt. Gegen 1190 wurde dann ein Territorium auf trockenem Gebiet direkt an zwei wichtigen Handelswegen zur Errichtung der Stadt Lemgo ausgewählt. Der Herr Bernhard der II aus dem Hause zur Lippe wurde zum Begründer der Stadt. Die gezielte Auswahl des Standorts brachte der Stadt großen Wohlstand. Lemgo wurde zur bedeutendsten Stadt in der Grafschaft Lippe.

 

Es dauerte nicht lange, da wurde die Kirche aufmerksam auf die florierende Stadt. Bereits im Jahr 1215 wurde die Pfarrkirche St. Nikolai eingeweiht. Wenige Jahre später wurde um 1231 wurde durch die Diözese Paderborn die Stadt zum Sitz des Archidiakons ernannt. Dieser bischhöfliche Stellvertreter brachte für Lemgo ein eigens Siegel. Fortan wurden in der Stadt auch Münzen geprägt. Nach der Verleihung des Stadtrechts im Jahre 1245 folgte nach weitere Entwicklung um 1324 die Aufnahme in die Hanse. Mit den Nachbarstädten Herford und Bielefeld wurde das Kölner Quatier gegründet. Dieser Verbund handelte mit Tuch, Garnen und Leinen. Die Handelsbeziehung wurden bis nach Bremen, Flandern oder auch Skandinavien geführt.

 

Aufgrund des großen Reichtums konnte Lemgo auch politischen Einfluss nehmen. Im gräflichen Bereich der zur Lippes wurden Landfriedensbündnisse geschlossen und die Finanzverwaltung wurde in die Kontrolle der Stadt übergeben. Die Bevölkerung war um 1300 bereits auf ca. 3500 Einwohner angestiegen.

 

 

Lemgo heute

Lemgo wurde nach dem zweiten Weltkrieg zur britischen Besatzungszone erklärt. Seit April 1945 wurden von der Britischen Rheinarmee die Bleidornkasernen betrieben. Am 24. August 1993 wurde dieser Stützpunkt aufgegeben und die britischen Truppen abgezogen. Die ehemaligen Stornoway Barracks wurden in moderne Wohngebäude umgewandelt.

 

Ab 1950 gründeten sich mehrere Betriebe in der Elektroindustrie. Hieraus haben sich unter anderem große Betriebe für Beleuchtungsherstellung entwickelt. Die damalige dominierende Möbelindustrie wurde im laufe der Zeit immer kleiner. Große Konzerne wie Kondor oder Schlingmann verschwanden im laufe der schlechter werdenden Holzmärkte.

Direkt nach Kriegsende wurden in Lemgo viele Vertriebene und Flüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten angesiedelt. So erreichte Lemgo bereits 1949 die Einwohnerzahl von über 20.000 Bürgern. 1969 wurden 13 umliegende Gemeinden in der großen Gemeindereform zur Stadt Lemgo zusammengefasst. Lemgo hat heute knapp 30.000 Einwohner.

 

Mit seinem Spätmittelalterlichen Kern ist Lemgo zu einem attraktiven Touristenziel geworden. Für die Pflege und den Schutz der alten Gebäude ist der Verein Alt Lemgo verantwortlich. Bereits seit den 20er Jahren wurden durch den Verein alte Fassaden freigelegt und Häuser in ihren Ursprungszustand zurückversetzt.

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18.05.2012 -
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