Lemgoer Stadtteile

Stadtteile bzw. Ortsteile von Lemgo


Die Stadt Lemgo besteht nach einer Gemeindereform seit dem 1. Januar 1969 aus 14 Ortsteilen. Diese sind Brake, Brüntorf, Entrup, Hörstmar, Leese, Lemgo, Lieme, Lüerdissen, Matorf-Kirchheide, Trophagen, Voßheide, Wahmbeck, Welsdorf und Wiembeck. Insgesamt leben in Lemgo ca. 44.000 Einwohner (Stand 2011), davon ca. 27.000 im Zentrum.

Seit der Eingemeindung im Jahre 1969 umfasst das Stadtgebiet rund 101 Quadratkilometer und dehnt sich in einer Fläche von 14,3 km x 13,1 km aus. Aufgrund der ländlichen Lage im Lipperland wird rund die Hälfte der Fläche für die Landwirtschaft genutzt. Lemgo ist von großen Waldflächen umgeben, diese umfassen ca. 20 Prozent des Stadtgebietes.

BrakeDer heutige Stadtteil Brake wurde als Dorf mit der Errichtung der Burg Brake im Jahr 1180 durch die Edelherren zur Lippe gegründet. Zu diesem Zeitpunkt war Lemgo erst eine kleine Siedlung an einer Handelsroute.  Bis zum Jahr 1969 war Brake ein völlig autarkes Dorf mit eigenem Bahnhof und zentraler Infrastruktur. Heute leben im Ortsteil Brake ca. 5.000 Einwohner.

 

BrüntorfBrüntorf ist eine der ältesten Dorfsiedlungen in Lippe. Im Jahre 1011 wird das Dorf Brunincthorpe aufgrund eines Erbschaftsstreites zwischen Thietmar (Bruder des Sachsenherzogs Bernhard Billung) und der Äbtissin Godesti aus Herford durch Entscheidung des Paderborner Bischhofs Meinwerk (Urteil um 1019) an die rechtmäßige Besitzerin  Godesti weitergegeben. Eine erste Verbindung zur Stadt Lemgo wird im Jahr 1327 erwähnt. Hier wird von einem Streit zwischen dem Kloster auf der Neustadt (St. Marien zu Lemgo) und dem weltlichen Stifte und hochfürstlichen Abtey zu Herford berichtet. Hierbei ging es wieder um den Rechtsanspruch auf das Land. Ritter Heinrich Gorebe zu Herford hatte einen Wald in der Nähe von Bruninctrop  am 12. November 1324 an das Kloster St. Marien verkauft. Die Erben des Ritters glaubten nachträglich einen Besitzanspruch geltend machen zu können. Erst im Jahr 1328 wurde dieser Einspruch zurückgezogen. Heute umfasst die Einwohnerzahl ca. 700 Personen.

 

EntrupBereits im Jahr 1151 wird das Dorf Eginthorpe in Urkunden des Bischofs Bernhard I. von Paderborn erwähnt. Das Dorf wurde im Laufe der Jahrhunderte zu einer eigenständigen Gemeinde im früheren Kreis Lemgo. Den Gemeindestatus verlor Entrup 1969 durch die zentrale Eingemeindung zur Stadt Lemgo. In Entrup wohnen derzeit ca. 1.000 Einwohner.


Hörstmar
Bis zum 1. Januar 1970 war Hörstmar eine eigenständige Gemeinde im Kreis Detmold. Durch die Gemeindereform wurde Hörstmar nun Lemgo hinzugerechnet. Aus der früheren Geschichte ist wenig bekannt. Vermutlich war Hörstmar eine kleine autarke Dorfsiedlung vor den Toren Lemgos. Der Stadtteil zählt heute ca. 1.400 Einwohner.


Leese
Leese war bis zur Eingemeindung 1969 eine eigenständige Gemeinde des Kreises Lemgo. Über dieses ursprünglich kleine Dorf wurde erst in der neueren Zeit berichtet. So erlange Leese im Jahr 1960 erhöhte Aufmerksamkeit durch einen schweren Wirbelsturm. Am 13. Juni 1960 fegte dieser mit schwerem Hagel über das Dorf und zerstörte 6 Häuser sowie die gesamte Getreideernte. Die unter Landschaftsschutz stehende 200 Jahre alte Eiche im Dorfzentrum (Damals ein Naturdenkmal Lippes) wurde stürzte auf die umliegenden Gebäude. Glücklicherweise war dies ein einmaliges Ereignis im Stadtgebiet von Lemgo. Heute leben rund  700 Menschen in diesem Ortsteil von Lemgo.


Lieme
Lieme wird im Jahr 1251 erstmalig urkundlich erwähnt. Hierbei ging es um Streitigkeiten zwischen dem lippischen Landesherren Simon III. und der Stadt Herford. Der Name Lieme stammt von der Lemgoer Adelsfamilie de Liem. Das Dorf selbst ist viel älter. Bereits in der Eisenzeit um 880 v. Chr. Gabe es am späteren Dorfsitz eine kleine Siedlung der Billunger. Heute leben dort ca. 2.700 Einwohner.


Lüerdissen
Im Jahr 1335 wird Lüerdissen das erste Mal aktenkundig. Es wird vermutet, dass Lüerdissen ein geplantes Dorf zur Erschließung der Westpassage um Luden (Heute Luhe) ist. Luhe wird im jahr 1309 in den Geschichtsbüchern erwähnt. Aus dieser Zeit stammt eine Bescheinigung zum Eigentum des Landes an Ritter Johann Gograve und Swedder von dem Bussche. Der Begriff Lüerdissen wird in den Lehnsurkunden um 1378 vermehrt genutzt. Die Trennung zwischen Luhe und Lüerdissen beginnt zu verwischen. Heute leben in diesem ländlichen Ortsteil ca. 750 Einwohner.


Matorf-Kirchheide, Welstorf
Im Gegensatz zu den meisten Ortsteilen Lemgos, ist Kirchheide kein zentral gewachsenes Dorf mit Ortskern, sondern eine Ansammlung von Geschäftshäusern und kleineren Bauerngütern im früheren kargen Ödland in der unmittelbaren Nähe zur Kirche von Talle. Bis heute spricht man nicht vom Dorf Kirchheide, sondern von der Kirchheide. Der Ort bildet den Mittelpunkt für die Bauernsiedlungen Matorf, Istdorf, Brüntorf und Welstorf.


Trophagen
Der Ortsteil Trophagen hat seinen Namen durch die gleichnamige Kaufmannsfamilie erhalten. Bereits im Jahr 1386 wurde dieses Gebiet durch Rodungskolonisation als Hagensiedlung gegründet. Der erste bekannte Bewohner hieß Traphaigen.  Es bestand schon immer eine enge Verflechtung mit der Stadt Lemgo. Die Familie Trophagen traf das gleiche Schicksal wie die Stadt Lemgo. Bis zum 30jährigen Krieg war Lemgo die reichste und bedeutendste Stadt in Lippe. Die Mitglieder der Familie bekleideten hohe Posten in der Lemgoer Bürgerschaft. Um 1625 herum hatte sich die Situation in Lemgo und in der Familie Trophagen grundlegend geändert. Plünderungen durch schwedische Truppen, die Hexenverfolgung und die Pest hatten ihre Spuren hinterlassen. Die Einwohnerzahl Lemgos war auf weniger als die Hälfte reduziert. Die Familie Trophagen verließ Lemgo in Richtung Amerika und waren als eine der ersten Siedlerfamilien Mitbegründer der Stadt New York (New Hollands) . Heute Leben im Ortsteil Trophagen ca. 200 Einwohner.


Voßheide
Voßheide wird unter dem Namen Voßhagen bei der Voßheide erstmalig im Jahr 1200 erwähnt. Hierbei handelte es sich um eine Ansammlung von Höfen (den Hagen Höfen) zwischen den beiden Bächen Passade und Haselbeke. Voßheide wurde währen des 30jährigen Krieges durch die schwedischen Truppen vollständig zerstört. Erst 1717 wurde wieder eine Schule errichtet. Viele Bewohner wanderten in den Jahren 1772 bis 1776 nach Ostindien aus. Seit 1973 ist Voßheide ein eingemeindeter Ortsteil von Lemgo. Heute leben dort ca. 1.300 Einwohner.

Wahmbeck und Wiembeck
In den Jahren 1150 bis 1250 wurden östlich von Brake sogenante Hagensiedlungen gegründet. Hierbei handelte es sich jeweils um eine Gruppe von größeren Gehöften mit einer zusammenhängenden Landfläche (die Hufe). Eine Hagensiedlung hatte eine Sonderstellung gegenüber einem gemeinen Dorf. Hagensiedlungen durften eine eigene Verfassung als auch eine eigene Gerichtsbarkeit haben. Wahmbeck und Wiembeck waren zwei typische Hagensiedlungen und wurden zum Wiembecker Hagen zusammengefasst. Im Jahre 1403 ging der Hagen in den Besitz der Burg Brake über. Heute leben ca. 1.100 Einwohner in diesen Stadtteilen.


18.05.2012 -
1&1 DSL